Vokabeln lernen in Bewegung

Dass Bewegung das Einprägen von Informationen beschleunigt, ist längt bekannt. Dennoch wird dieses Wissen meiner Meinung noch viel zu wenig genutzt! Wie man Bewegung beim Vokabeln lernen sinnvoll einsetzen kann, demonstriert ein TV-Beitrag. Darin werden Studenten beobachtet, wie sie japanisch lernen. Die eine Gruppe lernt nach der herkömmlichen Methode im Sitzen und mit schriftlichem Material. Die andere Gruppe lernt im Stehen, die Wörter und Sätze werden mit Beamer an die Wand geschlagen und zu jedem Wort / Begriff werden unterschiedliche Bewegungen gemacht. Sieht also ein bisschen aus wie eine Gymnastik-Gruppe.

Nach zwei Wochen werden die Studenten zum Test gebeten. Ergebnis: diejenigen, die mit Bewegung gelernt haben, haben doppelt so viel behalten wie die anderen. Super, oder?

Die Bewegung dient hier einerseits als Merk-Turbo andererseits als Anker für die Wörter. Weiß ich z.B. einzelne Begriffe nicht mehr, brauche ich nur die Bewegung machen und die Erinnerung kommt zurück.

Wie das Ganze aussieht, könnte Ihr in diesem kurzen Film sehen.

Komm, verschwende Deine Zeit - mit Bildung nur für Dich!

Auch wenn Schüler und Schülerinnen meist nur als zukünftige Wirtschaftsfaktoren angesehen werden, so muss das nicht sein - Dänemark macht vor, wie es auch anders geht. Wo anderswo die Schulabgänger/innen sich nach Praktikums-, Ausbildungs- oder Studienplätzen umsehen, um möglichst schnell in den Beurf gehen zu können, ist es in Dänemark eher üblich nach der Schule erst einmal durchzuschnaufen. Weltreisen, Auszeiten, Jobben ohne Berufsziel oder eben brotlose Kunst lernen!

So gibt es in Dänemark 76 Schulen, in denen die jungen Leute zusammen leben, essen, wohnen - und lernen. Jeder hat eines der fünf Hauptfächer (Musik, Philosophie, Literatur, Theater und Kunst) gewählt. Die Højskole von Testrup ist eine solcher Schulen, die jährlich rund 3500 Jugendliche besuchen. Mit Kost, Logis und Unterricht kostet der Aufenthalt im gemeinnützigen Erwachseneninternat umgerechnet rund 4000 Euro - bemerkenswert: den gleichen Betrag legt der Staat obendrauf. Dafür stellt das Bildungsministerium ein paar Bedingungen an die Volkshochschulen, die mit einer deutschen VHS nur den Namen teilen: Sie müssen mindestens 28 Stunden pro Woche unterrichten, und die Inhalte müssen allgemeinbildend sein - ansonsten sind die Schulen unabhängig.

Initiator war Nikolaj Frederik Severin Grundtvig, der eine lebenswerte Gesellschaft errichten wollte, mit freier Bildung ohne Druck und ohne Paukwissen für alle, stattdessen lernen in einer Gemeinschaft, die auch zusammen lebt. Der Denker wollte vor allem den Geist der Menschen bilden.

Für die Schüler/innen ist es eine tolle Möglichkeit, sich einen Auszeit zu nehmen, herauszufinden, worin man gut ist und vor allem eines zu erleben: wie es ist, einfach nur für sich selbst zu lernen - ohne Zeugnis, ohne Noten, ohne Prüfungen.

Mehr dazu gibt es hier.

Konzentration, Koordination auf der Slackline

Am vergangenen Wochenende beim Lerncoach-Wochenende in Lüneburg habe ich die neue Trensportart “Slackline”, also auf einem Band balancieren endlich selbst einmal ausprobieren können - und es hat richtig Spaß gemacht! Slackline ist eine relativ neue Sportart, die immer mehr Anhänger gewinnt. Bei uns in München gibt es in den Parks eine Menge Seiltänzer! Slacken heisst auf einem lockerem Band zu balancieren.

Nicht nur, dass es richtig Spaß macht - mittlerweile wird es auch als DIE Konzentrationsübung schlechthin bezeichnet! Natürlich wird auch die Koordination, der Gleichgewichtssinn und eine genaue Körperwahrnehmung geschult. Dazu kommt noch, dass auch die Gelenke und Muskeln super trainiert und zugleich geschont werden.

Kann ich nur empfehlen - bei diesem Wetter ohnehin. Und es ist auch noch erschwinglich. Für ca. 60 Euro kann ein Set erworben werden!

Also, rauf aufs Seil und tanzen!!!

Sprachen spielerisch üben und dabei die Kreativität schulen!

Die Sommerferien rücken näher, endlich kann man seine Fremdsprachen-Kenntnisse einmal wieder nutzen und ausprobieren. Damit man sich schon langsam wieder daran gewöhnt, habe ich einen tollen Tipp für Euch! Die Black Stories auf englisch oder französisch!

Black Stories sind Fragen bzw. Rätsel, die von der Gruppe gelöst werden müssen. Derjenige, der die Frage vorgelesen hat (und die Antwort weiß), darf nur mit ja oder nein antworten. Beispiel:  “Marie kauft sich neue Schuhe. Das führte dazu, dass sie noch am selben Abend starb!”. Durch schlaue Fragen kommt man schnell zur Lösung: Mary ist mit einem Messerwerfer verheiratet, dessen Spezialität es ist, mit verbundenen Augen die Messer auf (bzw. neben) seine Frau zu werfen. Die neuen Schuhe sind deutlich höher als die bisherigen Schuhe, daher trafen die Messer die Frau - sie starb.

Dieses Spiel schult das kreative Denken und das Denken um die Ecke, was notwendig ist, um Zusammenhänge zu erkennen und schnell herzustellen. Außerdem macht es viel Spaß.

Und diese Stories gibt es für verschiedene Altersgruppen und eben auch in verschiedenen Sprachen. So übt man die Fremdsprache, ohne es als lernen zu empfinden :-)!!!

Hier können die Black-Stories bestellt werden (Kostenpunkt: ca. 10 Euro).

Speed Stacking - das schnelle Becherstapeln macht schlau!

Speed Stacking ist eine sportliche Disziplin, bei der es darum geht so schnell wie möglich 12 Becher aus der Ausgangspostition zu bestimmten Pyramiden zu formen und wieder zu entstapeln, bis die Ausgangsposition erreicht ist. Das Ganze dauert beim 15-jährigen deutschen Weltrekordler Timo Reuhl genau 6,33 Sekunden. Mittlerweile kämpfen tausende von Jugendlichen online und auf realen Turnieren um die Rekorde.

Speed Stacking ist aber nicht nur sportlich eine tolle Herausforderung sondern ist in Bezug auf Lernen sehr interessant: es fördert die Konzentration, die Koordination, die Motivation. die Merkfähigkeit und allgemein die Leistungsfähigkeit. Daher wird Speed Stacking auch in Schulen und anderen pädagogischen Einrichtungen gezielt eingesetzt.

Wer eine Lerncoach-Ausbildung bei mir gemacht hat, kennt dieses Spiel, denn in der Regel wird es als Kurz-Präsentation der Gruppe vorgestellt. Und da kann man am eigenen Leib erfahren, wie lange man am Anfang braucht und wie groß die Leistung ist, dies in 6,33 Sekunden zu schaffen.

Wer mal sehen möchte, wie das funktionert, kann in den Youtube Clip hineinschauen (Geschwindigkeit ist real!)!

Optimale Prüfungsvorbereitung durch Nichts-Tun!

Die Auswirkung von regelmäßiger Meditation (oder kleinen Trancen) auf die Lernleistung ist nun ebenfalls an der Wake Forest University School in den USA mit folgenden Ergebnissen untersucht worden:

  • die Stimmung verbessert sich
  • Angstgefühle gehen zurück
  • Müdigkeit verringert sich
  • Verbesserung des Arbeits-gedächtnisses
  • Verbesserung der räumlich-visuellen Wahrnehmung
  • verbesserter Umgang mit Zeitdruck

Gerade der letzte Punkt ist sehr wichtig, denn die Gruppe in diesem Experiment, die Meditation ausübte, schnitt in allen Test unter Zeitdruck besonders gut ab. Bleibt noch eine Frage offen: wie haben die Probanden meditiert? Sie sollten sich 20min lang entspannt und mit geschlossenen Augen auf den Rücken legen und sich auf ihre Atmung konzentrieren. Aufkommende Gedanken sollten nicht weiter verfolgt, sondern durch die Konzentration auf die Atmung weitergeschickt werden.

Hier geht‘s zum Artikel auf Spiegel-Online

Das digitale Netz verändert das Denken

Schon seit vielen Jahren versuchen Gehirnforscher, Psychologen, Pädagogen und Neurologen den Einfluss der zunehmenden Nutzung der digitalen Medien, z.B. das Internet oder Web-Spielen, auf das Denken und die kognitiven wie sozialen Fähigkeiten zu erforschen. Meist kommen sie nicht besonders gut weg: die Konzentrationsfähigkeit würde sinken, die Informationsaufnahme erschwert, ganz zu schweigen von der Verarmung sozialer Kontakte.

Interessant ist, dass aber genau die zunehmende Nutzung von Technik mit ein Faktor (neben z.B. höheres Bildungsniveau und besser Ernährung) dafür ist, dass in den letzten 50 Jahren die durchschnittliche Intelligenz stetig gestiegen ist.

Schon 1994 gab es in den USA erste Untersuchungen, die belegen, dass Computerspiele das räumliche Denken schult und verbessert. Neuere Studien zeigen nun, dass auch das visuelle Vorstellungsvermögen (eine für das Lernen sehr wichtige Grundkompetenz) durch das Computerspielen trainiert wird. Auch der Vorwurf der sozialen Verarmung durch das Kommunizieren in sozialen Netzwerken wie Facebook ist wohl nicht haltbar: in Einsamkeit rutschen vor allem diejenigen, die auch in der Offline-Welt nur wenige Kontakte haben. Sie scheinen also vor allem Spiegel der echten Welt jenseits des Internets zu sein.

Digitale Medien gehören heute einfach zur Alltagswelt dazu, sie haben natürlich viele Nachteile, aber sie haben mindestens genauso viele Vorteile. Wer Computerspielen, Online-Netzwerken, Chatten oder Dauer-SMSen nur negativ sieht, sitzt in einem Elfenbeinturm - unerreichbar und fern der realen Welt.

Ich plädiere dafür, dass Eltern ihre Kinder öfter in deren - auch digitalen - Welt abholen. Sich z.B. ebenfalls in die Netzwerke einloggen und Teil dieser digitalen Welt werden. Oder sich den Spaß machen von Wohnzimmer ins Kinderzimmer zu skypen. Oder auch mal völlig “unnütze” SMS schreiben …! Das würde viel Stress aus dem mancherorts täglichen Gerangel um Nutzungszeiten nehmen.

Artikel zum Thema

3200 Bildungslotsen sollen Hauptschüler in die Ausbildung begleiten

Vor dem Hintergrund der vielen Schulabbrecher und Absolventen ohne Schulabschluss, hat Bildungsministerin Annette Schawan Anfang Mai ein Budget von 755 Millionen Euro locker machen können, um in Zukunft Hauptschüler in die Ausbildung zu begleiten.

3200 so genannte Bildungslotsen (davon ca. 1/3 Ehrenamtliche) sollen diese Aufgabe bei insgesamt 60.00. Schüler/innen übernehmen und diese ab der 7. Klasse bis zu Beginn der Ausbildung unterstützen. Das Programm ist bis auf das Jahr 2018 befristet.

1000 dieser Bildungslotsen sollen Praktiker aus dem Berufsleben sein, auch Lotsen mit Migrationshintergrund sollen gezielt angeworben werden. Dazu kommen Ehrenamtliche, Senioren, Sozialarbeiter und andere geeignete Personen.

Wie diese Bildungslotsen ausgebildet werden sollen, damit sie diese verantwortungsvolle Aufgabe gut ausüben können, ist noch unklar.

11 neue Lerncoaches erfolgreich ausgebildet!

Am Sonntag, den 09.05.2010 ist die 9. Lerncoach-Ausbildung erfolgreich zu Ende gegangen. 11 frisch-gebackene Lerncoaches gehen jetzt den schon während des Kurses eingeschlagenen Weg weiter. Auf diese Weise wird der Samen zu effektivem, erfolgreichen und einfachen Lernen immer weiter ausgestreut! Ich wünsche allen viel Erfolg und Spaß bei ihrer Arbeit als Lerncoach.

alt und weise - das belegt eine neue Studie

An der University of Michigan haben Forscher zunächst einmal definiert, was eigentlich Weisheit ist und dann untersucht, welcher Altersgruppe diese Eigenschaft am ehesten trägt.Weisheit ist demnach das Verständnis für unterschiedliche Werte und Ansichten (im NLP würden wir sagen: Modell der Welt des anderen respektieren), Einsatz von Kompromisslösungen, bei Konflikten das Einnehmen unterschiedlicher Blickwinkel und die Erkenntnis, dass Einschätzungen immer mit einer gewissen Unsicherheit einhergehen, z.B. weil uns nur begrenzte Informationen zur Verfügung stehen.  Solche Merkmale wurden über 60-Jährigen viel stärker zugeschrieben als jüngeren. Unternehmen wären gut beraten, Ältere länger zu behalten und besonders für Aufgaben einzusetzen, in denen Weisheit gefragt ist. Viele Senioren engagieren sich auch als Schülerpaten oder Bildungslotsen, d.h. unterstützen Schüler/innen beim Lernen. Noch mehr könnte auch hier die Weisheit der Älteren genutzt und in die Arbeit integriert werden.Zum kompletten Artikel