Archiv der Kategorie News aus der Lernwelt

Der Mensch ist mehr als nur eine neurobiologische Funktion

So wichtig und wertvoll die moderne Gehirnforschung für das Verstehen und Begreifen menschlicher Verhaltens-, Denk- und auch Lernweisen ist, so überlegt sollte man mit den gewonnenen Erkenntnissen umgehen. Oftmals wird der Mensch auf rein neurobiologische Funktionen reduziert, ohne dabei das reflektierende Bewusstsein und den Einfluss der Umwelt wirklich miteinzubeziehen.

Aktuelles Beispiel ist die Meldung, dass leichter Stress die Lern- und Gedächtnisleistung von Jugendlichen fördern könne. Fakt ist, dass im jugendlichen Alter das Gehirn noch einmal richtig umgebaut wird. Davon betroffen ist z.B. der Hippokampus, der maßgeblichen Einfluss auf die Gedächntnisleistung hat.

Forscher haben nun entdeckt, dass die Beigabe eines Stresshomons, die durch den Gehirnumbau verursachte Konzentrations- und Merkleistung deutlich erhöht werden könne. Man könne sich vorstellen, dass man hierfür sogar ein Medikament entwickeln kann.

Der Haken: die Entdeckung erfolgte bei Mäusen und nicht bei Menschen. Und da der Mensch ist bekanntermaßen von der Maus unterscheidet, ist diese Erkenntnis schön für die Mäuse, für die Jugendlichen aber völlig irrelevant. Der Mensch hat andere Möglichkeiten, mit solchen Herausforderungen umzugehen - dazu braucht es keineswegs die Unterstützung der Pharmaindustrie!

Hier der Link zum Artikel

ZDF Sendung über AD(H)S

ADHS ist immer ein wichtiges Thema für alle, die sich mit Lernen und Schule beschäftigen. Viele Meinungen gibt es hierzu: Angefangen von “ADHS ist eine reine Erfindung von überforderten Eltern und Lehrern” bis hin zu “ADHS muss medikamentös behandelt werden”.

Die ZDF Sendung 37° hat einen Beitrag gemacht über 11 Kinder, die vorher medikamentös behandelt wurden und auf einer Alm auf 2400 Meter Höhe wieder lernen sollen, wie sie Selbstwirksamkeit, Selbstverantwortung und Selbstwahrnehmung erleben können.

Hier kann der Beitrag angesehen werden.

Was zum Lachen für alle, die sich mit Lernen beschäftigen!

Heute habe ich einen lustigen Witz gelesen: Halbierung des Kindergeldes, wenn 2x die Hausaufgaben nicht gemacht wurden! Ich habe herzlich gelacht ob dieser obskuren Idee - bis ich realisierte, dass das überhaupt kein Witz war. Der SPD-Politiker und Bundesbank Vorstand Theo Sarazzin hat diesen Vorschlag allen Ernstes gemacht.

Da weiß ich gar nicht, ob ich über so viel Naivität und Einfachheit trotzdem lachen soll … ?

Ich habe beschlossen, es weiterhin als (schlechten) Witz aufzufassen und keinen weiteren Gedanken mehr daran zu verschwenden.

Genauer hier nachlesen!

Hat das Geschlecht der Lehrer/innen einen Einfluss auf die Förderung der Schüler/innen?

Angesichts der Frauendominanz im Bildungsbereich - zumindest in den Grundschulen - mag man an einen direkten Zusammenhang erkennen zwischen der Tatsache, dass Jungs schlechter benotet und seltener fürs Gymnasium empfohlen werden und dem deutlichen Überhang an Lehrerinnen. Seit 1981 haben die Mädchen die Jungs bei der Abiturquote überholt - seitdem baut sich der Vorsprung stetig aus auf ca. 30% Mädchen und 21% Jungen im Jahre 2007.

Schon seit längerem wird diskutiert, Jungen in Zukunft gezielter zu fördern - hat doch die Emanzipation und Förderung der Mädchen zu durchschlagendem Erfolg geführt. Auf Kosten von Jungs, fürchten so manche und fordern eine Quote an männlicher Bezugspersonen.

Doch ganz so eindeutig scheint dieser Zusammenhang nicht zu sein, so wollen zwei neuere Sekundäranalysen belegen: Forscher werteten Bewertungen von Schülern aus und setzten sie in Korrelation zur Geschlechterverteilung der Lehrerschaft. Und so scheint es keinen echten Effekt des Geschlechtes auf die Beurteilung zu geben.

Ich denke, dass weniger das Geschlecht des Lehrers/der Lehrerin sondern vielmehr seine Einstellung und Haltung eine Rolle spielt - das zeigen zumindest eine Vielzahl von Untersuchungen. Wenn Lehrer/innen meinen, bestimmte Schüler/innen seien besonders zu fördern und es sei auch wichtig bzw. sozial anerkannt, diese besonders zu fördern, dann führt diese Haltung dazu, dass Schüler/innen davon wirklich profitieren können.

Mehr zum ausführlichen Artikel auf Spiegel-online.

Linke, atheistische Nachteulen sind intelligenter!

Eine neue Studie des Psychologen Satoshi Kanazawa bestätigt, was schon viele andere Studien belegt haben: Religiöse Menschen schneiden in Intelligenztest schlechter ab als nicht-relegiöse. Kanazawa untersuchte aber auch politische Einstellungen und Lebensgewohnheiten. Seine Ergebnisse: Menschen mit linker Gesinnung sind intelligenter als konservative! Die Erklärung liegt auf der Hand: intelligente Menschen tendieren nach Kanazawas Aussage nämlich eher dazu, soziale Werte sowie politische und religiöse Überzeugungen zu vertreten, die in der menschlichen Evolution neu sind. Das Bewahren alter Werte ist hingegen Sache der Konservativen

“Intelligenz hat unseren Vorfahren Vorteile gebracht, wenn es darum ging, neu auftauchende Probleme zu lösen, für deren Bewältigung noch keine Strategie existierte”, sagt Kanazawa. Demnach wagen sich intelligentere Menschen viel eher an neue Aufgaben, die sich von den bisherigen Tätigkeiten unterscheiden (Savanna-IQ Interaction Hypothese).

Ein weiteres interessantes Ergebnis ist, dass Menschen, die nachts lange aufbleiben und aktiv sind - ebenfalls ein ungewöhnliches Verhalten -, auch von höhrere Intelligenz sind als Normalschläfer !

Mehr Infos zur Studie:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,680956,00.html